Messier 92


Objektdaten


Ort / Datum :   Grasberg / Otterstein, Juni 2010
Scheinbare Ausdehnung:   14,0'
Wahre Ausdehnung:    
visuelle Helligkeit:   6,3 mag
Flächenhelligkeit:    
Sternbild: Her
Entfernung:   ca. 28 000 Lj
Besonderheiten:  

Info: siehe unten!!

     

Aufnahmedaten


Teleskop :   12"-Newton bei f75,7
Montierung :   Alt 5 ADN
Kamera:   Atik 4000 M
Belichtungszeiten:   L: 7x 6 min + 15x 2 min, R,G, B: je. 6x 5 min
Besonderheiten:    
   

Info: siehe unten!!

 

Messier 92:

Wenn man an Kugelsternhaufen denkt, fällt sicher jedem von uns sofort der prächtige M 13 im Herkules ein. Und tatsächlich ist er innerhalb der nördlichen Hemisphäre der schönste und hellste uns zugängliche Kugelhaufen. Dabei wird sehr leicht der benachbarte M 92, der ebenfalls im Sternbild Herkules beheimatet ist, übersehen.

Messier 92 oder NGC 6341 ist ebenfalls einer der großen und hellen Kugelhaufen. Zwar kommt er nicht an den Glanz des großen M 13 heran aber er ist dafür für die Wissenschaft umso spektakulärer. M 92 gilt nämlich als eines der ältesten Objekte des Universums. Kugelhaufen gehören grundsätzlich zu den besonders alten Objekten; Messier 92 ist aber mit einem Alter von vermutlich über 13 Milliarden Jahren fast so alt wie das Universum selber.

Wie alle Kugelhaufen befindet sich auch M 92 in dem die Milchstraße umgebenden Halo. Er hat eine Entfernung zu uns von ca. 27 000 Lichtjahren. Mit einer geschätzten Masse von zirka 330 000 Sonnenmassen ist M 92 deutlich kleiner als M 13, und seine Helligkeit von 6,3 Magnituden lässt ihn um ca. eine Größenklasse hinter M 13 zurücktreten. Es ist typisch für Kugelhaufen, dass sich in ihnen besonders gelbliche und bläuliche Sterne befinden. Ganz besonders ausgeprägt ist diese Tatsache aber in M 92. Relativ weit außerhalb der Milchstraße entwickeln sich Kugelhaufen überwiegend ungestört von den Geschehnissen der Milchstraße. Zudem sind die Sterne eher massearm und haben entsprechend lange Lebenserwartungen. Daher die häufigen gelblichen Sterne. Unverkennbar für uns alle ist natürlich die hohe Sterndichte. Dass es dabei zu Kollisionen kommt, ist unausweichlich. In solchen Fällen entflammt das atomare Feuer mit erhöhter Intensität, was wie eine Verjüngungskur auf die beiden Sterne wirkt, die jetzt als ein einziger ihr Sternleben fortsetzen. Diese Verjüngungskur macht sich nun durch die blaue Farbe dieser Sterne deutlich.

Die Metallizität in M 92 wird übrigens mit nur 0,6% der Metallhäufigkeit unserer Sonne berechnet. Es ist das Hauptindiz für die Berechnung des Alters.

Wie M 13 ist auch M 92 ein leicht zu findendes Objekt am Himmel. Wenn auch nicht so markant im Kasten des Herkules positioniert, ist M 92 aber ein sehr helles Objekt, welches man bereits im einfachen Sucher erkennen kann. Auch in den zurzeit sehr hellen Nächten kann man M 92 gut beobachten oder fotografieren.